Zwischen Geschichten, Bühne und digitalen Räumen
von
Mona Stange
| 23.12.2025
Von Neugier geleitet: Mein Studium als Entdeckungsraum
Mein Studium in Literatur, Kultur und Medien an der Universität Siegen war für mich vor allem eines: ein Raum, in dem ich neugierig experimentieren und denken konnte. Ich untersuchte nicht nur narrative Strukturen, sondern hinterfragte auch gesellschaftliche Machtverhältnisse – meine Bachelorarbeit beschäftigte sich mit #MeToo und Machtstrukturen am Theater. Schon früh merkte ich, dass mich interessiert, wie Geschichten Menschen bewegen, wie Kontexte entstehen und welche Dynamiken Situationen prägen. Dieses Denken, Forschen und Hinterfragen war der Ausgangspunkt für alles, was danach kam.
Hürden überwinden als Arbeiterkind
Trotz dieser klaren Faszination gab es Hürden. Als Arbeiterkind standen mir viele berufliche Netzwerke und Zugänge nicht offen. Ich hatte das Gefühl, mich konstant beweisen zu müssen. Das Jonglieren zwischen Leidenschaft und Perspektive – all das gehörte zu meinem Alltag. Türen öffneten sich nicht automatisch; oft musste ich Wege selbst suchen und finden.
Masterstudium als Brücke in die Praxis
Nach dem Bachelor entschied ich mich für einen Master in Theater- und Orchestermanagement an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Hier begann ich, meine kulturellen Interessen mit organisatorischen und strategischen Kompetenzen zu verknüpfen.
Neue Perspektiven über klassische Kulturbereiche hinaus
Nach dem Studium öffnete sich mein Blick zunehmend über die klassischen Kulturbereiche hinaus. Ich merkte, dass mich die Frage, wie Kultur, Geschichten und Inhalte Menschen erreichen, immer stärker beschäftigte – nicht nur auf der Bühne, sondern auch im digitalen Raum. Gleichzeitig erlebte ich, dass viele Institutionen nur langsam auf neue Kommunikationsformen reagieren. Ich suchte deshalb nach Arbeitsumfeldern, in denen ich Gestaltungsspielraum hatte, Verantwortung übernehmen konnte und neue Ideen schneller umgesetzt wurden. So führte mich mein Weg in Agenturen und Startups, wo ich lernte, Projekte agil zu denken, Kampagnen strategisch zu planen und Inhalte gezielt zu platzieren.
Erste Schritte im Berufsleben
In meinen ersten beruflichen Stationen ging es weniger um perfekte Rollenbeschreibungen als darum, sich in neue Aufgaben einzuarbeiten, Strukturen zu verstehen und eigene Kompetenzen sichtbar zu machen. Gerade diese frühen Erfahrungen waren prägend: Ich lernte, mich in unbekannten Kontexten zurechtzufinden, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Der Übergang vom Studium in den Beruf bedeutete für mich vor allem, Theorie in Handlung zu übersetzen.
Weiterbildung im digitalen Raum
Um meine praktische Arbeit weiter zu fundieren, entschied ich mich bewusst für Weiterbildungen im Digital Marketing. Mich reizte ein Feld, das sich überdurchschnittlich schnell verändert und ein hohes Maß an Selbstregulation erfordert. Ich wollte verstehen, wie man sich in dynamischen digitalen Strukturen orientiert, Wissen kontinuierlich aktualisiert und Kommunikationsprozesse eigenständig steuert.
Heute: Social Media Managerin
Heute arbeite ich als Social Media Managerin in einer Agentur. In meiner täglichen Arbeit verbinde ich strategisches Denken mit kreativer Umsetzung, analysiere Zielgruppen, entwickle Inhalte und begleite Kommunikationsprozesse über verschiedene digitale Kanäle hinweg. Rückblickend ist der Zusammenhang klar: Die Fähigkeit, Kontexte zu verstehen, Geschichten zu erzählen und kritisch zu reflektieren, bilden bis heute die Grundlage meiner Arbeit.